Ein Fieberkrampf ist für Eltern eine der beängstigendsten Erfahrungen – das Kind verdreht die Augen, versteift sich oder beginnt zu zucken. Doch so dramatisch der Anblick ist: In den meisten Fällen ist ein Fieberkrampf harmlos und hinterlässt keine bleibenden Schäden.
In diesem Artikel erfährst du, warum Fieberkrämpfe auftreten, wie du sie erkennst und was im Notfall zu tun ist.
Was ist ein Fieberkrampf?
Ein Fieberkrampf ist ein Krampfanfall, der bei Kindern (6 Monate – 5 Jahre) im Rahmen eines fieberhaften Infekts auftritt.
🔹 Tritt meist beim Fieberanstieg auf – oft ab 39 °C, aber auch schon ab 38,5 °C möglich
🔹 Verläuft in den meisten Fällen harmlos
🔹 Dauert in der Regel unter 3 Minuten
🔹 Verursacht keine bleibenden Schäden
📌 Wichtig: Fieberkrämpfe führen nicht direkt zu Epilepsie – sie treten nur in Verbindung mit Fieber auf.
Ursachen: Warum kommt es zu einem Krampf?
Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt, aber man weiß:
🧠 Ursache ist die Veranlagung des Gehirns bei dem in einer bestimmten Entwicklungsphase des Kindes auf Fieber der Körper mit Krampfanfällen reagiert
🧬 Wenn Eltern oder Geschwister Fieberkrämpfe hatten, ist das Risiko erhöht
🌡 Entscheidend ist nicht die Höhe der Temperatur, sondern das schnelle Fieberhoch oder der schnelle Abfall
Fieberkrämpfe treten häufig bei viralen Infekten auf – zum Beispiel bei Drei-Tage-Fieber, Influenza oder RSV.
Symptome: Wie erkennst du einen Fieberkrampf?
Ein Fieberkrampf beginnt meist plötzlich und ohne Vorwarnung. Typische Anzeichen sind:
⚡ Bewusstseinsverlust – das Kind reagiert nicht mehr
⚡ Augenverdrehen oder starrer Blick
⚡ Muskelstarre (tonische Phase) gefolgt von rhythmischem Zucken (klonische Phase)
⚡ Blässe oder bläuliche Lippen (Zyanose)
⚡ Müdigkeit und Verwirrtheit nach dem Krampf (postiktale Phase)
📌 In seltenen Fällen: Kein sichtbarer Krampf, sondern nur Apathie oder Schlappheit.
Risiken: Wer ist besonders betroffen?
Fieberkrämpfe treten bei etwa 3–4 % aller Kinder auf – besonders zwischen 6 Monaten und 5 Jahren.
Faktoren, die das Risiko erhöhen:
✅ Genetische Veranlagung – tritt in manchen Familien gehäuft auf
✅ Erstinfektionen im frühen Alter – wenn der erste Krampf vor dem 1. Geburtstag auftritt, steigt das Wiederholungsrisiko
📌 Wiederholungsrisiko:
🔹 30–40 % der Kinder erleiden mindestens einen weiteren Fieberkrampf
🔹 50 %, wenn der erste Krampf vor dem 1. Geburtstag auftrat
Behandlung: Das musst du im Notfall tun
Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einem Fieberkrampf:
✔ Ruhe bewahren! Auch wenn es beängstigend aussieht – bleibe ruhig.
✔ Kind auf eine weiche Unterlage legen (Boden, Bett) und seitlich lagern.
✔ Gegenstände aus dem Mund entfernen (falls vorhanden, aber nichts in den Mund stecken!).
✔ Nichts ins Gesicht schütten! Das Kind kann nicht schlucken.
✔ Nach dem Krampf Fieber senken – am besten mit Zäpfchen (Paracetamol oder Ibuprofen), kein Saft!
📌 Der Krampf hört in der Regel nach 1–2 Minuten von selbst auf.
Wann solltest du den Notarzt rufen?
🚑 Den Notarzt (112) rufen, wenn:
✔ Der Krampf länger als 5 Minuten dauert
✔ Das Kind nach dem Krampf nicht normal atmet
✔ Der Krampf mehrmals hintereinander auftritt
✔ Dein Kind unter 6 Monate oder über 5 Jahre alt ist (untypisches Alter)
✔ Generell beim 1. Fieberkrampf
Falls du ein Notfallmedikament (z. B. Diazepam-Zäpfchen) vom Arzt bekommen hast, kannst du es verabreichen, wenn der Krampf länger als 5 Minuten dauert.
Prognose: Wie hoch ist das Risiko für Epilepsie?
Viele Eltern sorgen sich, dass Fieberkrämpfe zu Epilepsie führen könnten.
Das Epilepsierisiko liegt bei:
🔹 1–2 % nach einem Fieberkrampf
Fazit: Ruhe bewahren und richtig handeln
📌 Wichtig zu merken:
➡ Fieberkrämpfe sind in den meisten Fällen harmlos und haben keine langfristigen Folgen
➡ Bleibe ruhig und sichere dein Kind während des Krampfes
➡ Ein Krampf unter 3 Minuten muss nicht zwingend ärztlich gesehen werden, außer es war der erste Anfall
➡ Wende dich an die 112, wenn der Krampf länger als 5 Minuten dauert
Auch wenn ein Fieberkrampf für Eltern beängstigend ist – in den meisten Fällen wächst das Kind einfach heraus.
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