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Pseudokrupp: Bellender Husten und Atemnot – was tun?

Pseudokrupp: Bellender Husten und Atemnot – was tun?




Mitten in der Nacht wacht dein Kind plötzlich auf, hat einen bellenden Husten, Atemnot und ein pfeifendes Geräusch beim Einatmen – das kann beängstigend sein! Doch keine Sorge: Pseudokrupp sieht schlimmer aus, als es ist, und lässt sich in den meisten Fällen gut behandeln.

In diesem Artikel erfährst du, was Pseudokrupp ist, welche Maßnahmen helfen und wann du in die Klinik fahren solltest.

 

Was ist Pseudokrupp?

Pseudokrupp ist eine Atemwegserkrankung, die vor allem Kinder zwischen 6 Monaten und 3 Jahren betrifft.

Wichtige Fakten:

10–15 % aller Kinder erkranken mindestens einmal an Pseudokrupp.

✔ Die Symptome entstehen durch eine Schwellung im Bereich des Kehlkopfes.

Meist harmlos, aber die plötzliche Atemnot kann sehr beängstigend sein.

Tritt häufig abends oder nachts auf, weil der körpereigene Kortisonspiegel dann niedriger ist – das führt zu einer stärkeren Schwellung der Schleimhäute.

 

Ursachen: Warum entsteht ein Pseudokrupp-Anfall?

Pseudokrupp wird meist durch Viren ausgelöst, darunter:

  • Parainfluenza-Viren (Typ 1–3) – häufigster Auslöser
  • RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus)
  • Adenoviren, Rhinoviren, Influenza-Viren

📌 Bakterielle Infektionen sind extrem selten.

Durch die Infektion kommt es zu einer Schwellung im Kehlkopfbereich, die die Atemwege verengt und das typische Krankheitsbild verursacht.

 

Symptome: Wie erkennst du Pseudokrupp?

  • Bellender Husten („wie ein Hund oder eine Robbe“) 🐶
  • Pfeifendes Geräusch beim Einatmen (Inspiratorischer Stridor)
  • Heiserkeit
  • Plötzliche Atemnot, meist nachts
  • Oft haben die Kinder zuvor schon leichte Symptome wie: Schnupfen, Halsschmerzen, leichtes Fieber

💡 Warum entsteht die Atemnot?

Die Luftröhre ist bei Säuglingen und Kleinkindern ohnehin enger als bei Erwachsenen. Wenn sie durch die Infektion anschwillt, bleibt weniger Platz zum Atmen – dadurch kommt es zu den typischen Symptomen.

Achtung: Wenn dein Kind sehr blass wird, sehr stark die Rippen einzieht beim Atmen oder apathisch wirkt, sofort den Notarzt rufen!

 

Sofortige Hilfe: So hilfst du deinem Kind sofort

🚨 Maßnahmen bei Pseudokrupp:

  1. Ruhe bewahren! Verfällst du in Panik, dann das die Atemnot deines Kindes verstärken.
  2. Kind aufrecht hinsetzen oder auf den Arm nehmen. Das erleichtert die Atmung.
  3. Frische, kühle Luft einatmen:
  • Fenster öffnen oder auf den Balkon gehen (im Winter eine Decke umlegen).
  • Im Auto mit offenem Fenster zur Klinik fahren – die Symptome bessern sich oft schon durch die kalte Luft!

❌ Nicht hilfreich:

Luftbefeuchtung mit Handtüchern oder Dusche – es wäre eine riesige Menge Wasserdampf nötig, um die Schleimhäute wirklich zu befeuchten.

Wann in die Klinik?

  • Wenn die Atemnot trotz dieser Maßnahmen bestehen bleibt.
  • Wenn dein Kind extrem unruhig oder apathisch wirkt.
  • Wenn dein Kind beim Atmen stark die Rippen einzieht.

Diagnostik: Wie wird Pseudokrupp festgestellt?

Ein Kinderarzt erkennt Pseudokrupp oft schon nach wenigen Sekunden, da die Symptome sehr charakteristisch sind.

  1. Untersuchung des Kindes – Abhören der Lunge, Überprüfung der Atemgeräusche, häufig hört man ein Pfeifen beim Einatmen (inspiratorischer Stridor) hörbar.
  2. Sauerstoffsättigung messen – um festzustellen, ob die Sauerstoffversorgung eingeschränkt ist.

📌 Wichtig: Um das Kind nicht weiter zu stressen, werden meist keine aufwendigen Untersuchungen wie Röntgen oder Blutabnahmen gemacht.

Behandlung: Welche Medikamente helfen?

Falls sich die Beschwerden nicht bessern, wird in der Klinik oder beim Kinderarzt medikamentös behandelt:

  • Kortison (Dexamethason-Saft oder Rectodelt-Zäpfchen):
  • Reduziert die Schleimhautschwellung innerhalb weniger Stunden.
  • Wird oft als Zäpfchen gegeben, weil viele Kinder keinen Saft schlucken wollen.

Adrenalin-Inhalation:

  • Führt zu einer schnellen Abschwellung der Atemwege.
  • Hat eine sehr gezielte Wirkung, kaum Nebenwirkungen.

📌 Weniger als 5 % der Kinder müssen im Krankenhaus bleiben!

Falls nötig, bekommst du Kortison für die nächsten 48 Stunden mit nach Hause, da Pseudokrupp manchmal erneut auftritt.

Fazit: Keine Panik – schnelles Handeln hilft!

📌 Wichtig zu merken:

  • Pseudokrupp ist in den meisten Fällen harmlos, kann aber sehr beängstigend aussehen.
  • Ruhig bleiben, Kind aufrecht setzen und kalte Luft einatmen lassen.
  • Falls die Atemnot bleibt, Kortison und ggf. Adrenalin-Inhalation in der Klinik.
  • In den meisten Fällen geht es den Kindern nach wenigen Stunden besser!

Jetzt weißt du genau, was zu tun ist – und kannst deinem Kind im Notfall ruhig und sicher helfen.

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